UVH RLP e. V. im Gespräch mit der CDU-Landtagsfraktion

Veröffentlicht am 8. September 2026

Teilnehmer des politischen Gesprächs Foto: Andreas Unger
Teilnehmer des politischen Gesprächs Foto: Andreas Unger

Am Donnerstag, 3. September 2026, tauschten sich Vertreter des Unternehmerverband Handwerk Rheinland-Pfalz e.V. und der CDU-Landtagsfraktion Rheinland-Pfalz im Mainzer Landtag aus. Gesprochen wurde unter anderem über die aktuelle wirtschaftspolitische Lage der Betriebe, die Umsetzung des Infrastruktur-Sondervermögens und den Bürokratieabbau. Der Austausch von UVH RLP und der Fraktion umfasste zudem die Themen Erhalt regionaler Schlachtstätten, die neue Verpackungsverordnung sowie die geplante Weiterentwicklung des Landestariftreuegesetzes. Im rheinland-pfälzischen Landtag erhielt auch der gemeinsame Antrag von CDU und SPD zum „Innovationsland Rheinland-Pfalz” Raum.

Stimmen des Austauschs von UVH RLP

Johannes Lauer, UVH-Vorsitzender, machte deutlich, dass die Rahmenbedingungen für die mittelständischen Betriebe jetzt spürbar verbessert werden müssten: „Das Handwerk steht für Stabilität, Beschäftigung und regionale Wertschöpfung. Gleichzeitig belasten schwache wirtschaftliche Impulse, hohe Kosten, Fachkräftemangel und eine weiterhin enorme Bürokratielast unsere Betriebe. Wir erwarten von der neuen Landesregierung deshalb eine Wirtschaftspolitik, die unternehmerisches Handeln wieder erleichtert, Investitionen ermöglicht und den Betrieben verlässliche Perspektiven gibt. Entscheidend ist, dass aus den richtigen Zielsetzungen des Koalitionsvertrages nun schnell konkrete Maßnahmen werden.”

Zum Thema Infrastruktur führte Geschäftsführer Andreas Unger aus: „Mit dem Sondervermögen stehen erhebliche Mittel für die Modernisierung unserer Infrastruktur zur Verfügung. Jetzt kommt es darauf an, dass dieses Geld zeitnah und möglichst unbürokratisch vor Ort ankommt und konkrete Projekte tatsächlich umgesetzt werden. Davon profitieren unsere Handwerksbetriebe und die regionale Wirtschaft – aber ebenso die Bürgerinnen und Bürger. Es muss sichtbar und erlebbar werden, dass aus den bereitgestellten Milliarden funktionierende Straßen, Brücken, Schulen und andere öffentliche Infrastruktur entstehen.”

Breiten Raum nahm zudem der notwendige Bürokratieabbau ein. Aus Sicht des UVH dürfe sich die Debatte dabei nicht allein auf den Abbau bestehender Regelungen beschränken – mindestens ebenso wichtig sei es, neue bürokratische Belastungen von vornherein zu verhindern. Europäische und bundesrechtliche Vorgaben sollten auf Landesebene praxisgerecht umgesetzt und nicht durch zusätzliche Anforderungen verschärft werden.

Für das Fleischerhandwerk stellte Dagmar Groß-Mauer, UVH-Vorstandsmitglied und Vertreterin des Fleischerverbandes Rheinland-Rheinhessen, die Bedeutung regionaler Schlachtstrukturen heraus: „Regionale Schlachtstätten sind ein entscheidender Bestandteil funktionierender regionaler Lebensmittelkreisläufe. Kurze Transportwege dienen dem Tierwohl, stärken die heimische Landwirtschaft und das Fleischerhandwerk und sichern gleichzeitig eine regionale Versorgung der Bevölkerung. Deshalb müssen wir alles daransetzen, die noch vorhandenen Strukturen wirtschaftlich tragfähig zu erhalten.”

Mit Blick auf die europäische Verpackungsverordnung warnten Alexander Zeitler vom Fleischerverband Rheinland-Rheinhessen sowie Henning Funke und Claus Becker vom Bäckerhandwerk vor zusätzlichen Belastungen: „Die Ziele von Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit unterstützen unsere Betriebe. Die praktische Umsetzung muss aber einfach, verständlich und für kleine und mittlere Unternehmen leistbar bleiben. Was wir nicht brauchen, sind neue Dokumentationspflichten, Mehrfachmeldungen oder zusätzliche nationale und kommunale Sonderregelungen.”

Sichtweise der CDU-Landtagsfraktion

Die Vertreter der CDU-Landtagsfraktion zeigten im Gespräch großes Verständnis für die aktuellen Herausforderungen der Handwerksbetriebe. Einigkeit bestand darin, Probleme gemeinsam aufzugreifen und nach konkreten, umsetzbaren Lösungen zu suchen. Positiv bewertete der UVH, dass der aktuelle gemeinsame Antrag von CDU und SPD zum „Innovationsland Rheinland-Pfalz” ausdrücklich auch das Handwerk und den Mittelstand in den Blick nimmt. Der Antrag fordert unter anderem einen niedrigschwelligen Zugang kleiner und mittlerer Unternehmen aus Industrie und Handwerk zu Forschung, Innovation und neuen Technologien sowie schnellere Planungs-, Genehmigungs- und Förderverfahren. Der begonnene Austausch zwischen CDU-Fraktion und Unternehmerverband Handwerk Rheinland-Pfalz soll deshalb intensiviert werden.

Das Augenoptikerhandwerk vertraten Andreas Müller und Peter Kupczyk.

Quelle

Der UVH RLP e.V. ist der freiwillige Zusammenschluss der Landesfachverbände und der Landesinnungen des Handwerks in Rheinland-Pfalz zu einer Landesvereinigung. Zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft der rheinland-pfälzischen Handwerkskammern und dem Landesverband der Kreishandwerkerschaften Rheinland-Pfalz bildet er die Spitzenorganisation des Handwerks im Bundesland.